So entsteht eine Weltmeisterschaft: Die Disziplinen der TRAM-WM

Carmen Strobl / Wiener Linien Newsroom 07.08.2025
Lesedauer: 5 Min.
Ein Mann und eine Frau stehen vor Straßenbahn und lächeln in die Kamera

Am 13. September verwandelt sich der Ring vor dem Wiener Rathausplatz in eine Bühne der besonderen Art: 25 internationale Teams treten bei der allerersten TRAM-WM beim Zielbremsen, TRAM-Bowling und Co. gegeneinander an. Doch bevor die Züge ins Rollen kommen, liegt eine monatelange Vorbereitungsreise hinter den Kulissen – voller Ideen, Tüftelei und Testfahrten.

Zwei, die diesen Weg maßgeblich mitgestaltet haben, sind Elisabeth Waltjen und Thomas Linsmeier von den Wiener Linien. Sie haben gemeinsam mit einem engagierten Team die Disziplinen der TRAM-WM entwickelt – von der ersten Skizze bis zur letzten Testfahrt.

Von der Idee zum Wettbewerb: 50 Vorschläge, 8 Disziplinen

Der Startschuss fiel im Juni 2024 - mit einem leeren Blatt Papier und jeder Menge Kreativität. „Über 50 Ideen haben wir gesammelt“, erinnert sich Elisabeth. „Von kurios bis klassisch war alles dabei.“ Gemeinsam mit Kolleg*innen aus verschiedenen Bereichen wurde sortiert, diskutiert, ausprobiert -  und immer wieder gefragt:

  • Was ist technisch umsetzbar?
  • Was begeistert das Publikum?
  • Wo können unsere Fahrer*innen ihr Können wirklich zeigen?

Am Ende blieben acht Disziplinen übrig. „Sie sollen fair sein, Spaß machen und gleichzeitig die Leistung der Fahrer*innen sichtbar machen“, erklärt Thomas. „Deshalb haben wir ständig nachjustiert – für mehr Chancengleichheit und maximale Spannung.

Praxischeck: Testphase in der Hauptwerkstätte der Wiener Linien

Im Februar 2025 ging’s ans Eingemachte: Die Testphase begann. Manche Übungen wie das Zielbremsen oder der Stopp mit Tür zwei an der Haltestelle hatten sich schon bei früheren Events bewährt. Andere – wie das brandneue TRAM-Curling – waren komplettes Neuland.

Im Mai folgte dann die Generalprobe: Alle acht Disziplinen wurden originalgetreu in der Hauptwerkstätte der Wiener Linien aufgebaut – zentimetergenau so, wie sie auch beim Wettbewerb am Ring aussehen werden. Dabei ging’s um die letzten Details: Funktionieren alle Stationen wie geplant? Braucht es noch zusätzliche Markierungen oder Regelanpassungen?

„Ein extrem wichtiger Schritt“, sagt Elisabeth. „Alle Disziplinen müssen in unter fünf Minuten absolviert werden – ohne Pause, ohne Wiederholung.“ Thomas ergänzt: „Viele glauben, jede Disziplin wird einzeln bewertet. Aber in Wahrheit läuft alles in einem einzigen Durchgang, wie ein Parcours.“

Die acht Disziplinen der TRAM-WM

Hier brauchen die Teilnehmer*innen Geschick, Präzision und starke Nerven:

  1. Stop & Go
  2. Geschwindigkeit halten
  3. Zielbremsen
  4. TRAM-Bowling
  5. Rückwärtsfahren
  6. Seitlicher Abstand
  7. Exakter Stopp
  8. TRAM-Curling

Die Zeit läuft bei jeder Station mit – wer schneller ist, holt sich wertvolle Zusatzpunkte.

Die größte Herausforderung? TRAM-Curling!

Besonders knifflig war die Entwicklung des neuen TRAM-Curlings. „Am Anfang wussten wir gar nicht, wie wir die Draisine überhaupt richtig ins Rollen bringen“, erzählt Elisabeth. „Da steckt sicher die meiste Tüftelei drin.“

Auch Thomas war überrascht: „Die Draisine präzise ins Zielfeld zu schleudern – gar nicht so einfach. Das war selbst für mich eine Herausforderung.“ Für beide steht fest: Keine der Disziplinen ist wirklich „leicht“ – allein schon wegen der Zeitvorgabe und dem Wettbewerbsdruck. Elisabeth glaubt: „Am schwierigsten ist das Zielbremsen. Da darf der Bremshebel nur einmal eingestellt werden – und viele internationale Teams kennen unsere Straßenbahnen gar nicht.“

Nächster Halt: Weltmeistertitel

Am 13. September heißt es dann: Bühne frei für Präzision, Können und Teamspirit – am Rathausplatz mitten in Wien. Die Zuschauer*innen dürfen sich bei der TRAM-WM auf spektakuläre Disziplinen freuen – und auf einen Tag, der den Öffentlichen Verkehr von seiner spannendsten Seite zeigt. Eintritt ist frei!